2012-06 Gutachterliche Stellungnahme Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig

Apell an den Stadtrat Völklingen

Auf Antrag der Linkspartei wurde das Thema zur Umbenennung unter anderem am 14.06.2012 auf die Tagesordnung der Stadtratssitzungen gesetzt. Die SPD schloss sich der grundsätzlichen Position zur Umbenennung des Stadtteils im Vorfeld an. Auf Antrag der CDU wurde der TOP nach geheimer Abstimmung von der Tagesordnung genommen.

Mit Grund für die Absetzung des Tagesordnungspunktes war die „gutachterlichen Stellungnahme“ von Generaldirektor Herrn Professor Dr. Meinrad Maria Grewenig. Hier argumentiert dieser, dass der Name des Stadtteils ein „immaterielles Denkmal“ sei und eine Umbenennung ggf. den Status als Weltkulturerbe gefährden könnte. Der Stadtteil könnte zur von der UNESCO geforderten „Pufferzone“ gezählt werden.

Die in der nachfolgenden Quelle ebenfalls anhängenden Wortmeldung der MSP ImpulsProjekt, in Person vertreten durch Herrn Dr. Wolfgang Ebert, appelliert ebenso gegen eine Umbenennung. Die MSP ImpulsProjekt beschäftigt sich nach unseren Recherchen im Allgemeinen nicht mit Umständen, die zu einem Verlust oder Erhalt eines Weltkulturerbe-Status führen.

Antwort auf die Anfrage der Linkspartei und der SPD an die Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

Voneinander unabhängig hatten Linkspartei und SPD die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. mit den Aussagen aus der „gutachterlichen Stellungnahme“ von Herrn Professor Dr. Meinrad Maria Grewenig zwecks Beurteilung konfrontiert. Zusammengefasst teil die Kommission mit:

„(…) Bislang kein Fall bekannt, in dem eine Namensumbenennung innerhalb einer Pufferzone eines Welterbes den Verlust des Titels (…) nach sich gezogen hätte. „

Auch wird mitgeteilt, dass die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. eigentlich nicht zuständig ist. Gleichzeit wurde an Frau Dr. Birgitta Ringbeck  in Ihrer Rolle als Mitglied im UNESCO Welterbekomitee und Beauftragte der Kultusministerkonferenz für das Welterbe der UNESCO im Referat Multilaterale Kultur- und Medienpolitik des Auswärtigen Amts verwiesen. Die SPD hat die Anfrage entsprechend weitergeleitet.

Interview in der Saarbrücker Zeitung mit Professor Dr. Meinrad Maria Grewenig

„Meinrad Maria Grewenig über versäumte historische Aufarbeitung und seine Position in der Röchling-Debatte“:

Klare Aussage vom Auswärtigen Amt: „Umbenennung keine Auswirkung auf Hütte“

Eine mögliche Umbenennung des Völklinger Stadtteils Hermmann-Röchling-Höhe hat keinen Einfluss auf den Weltkulturerbestatus der Völklinger Hütte. Das hat das Auswärtige Amt mitgeteilt.

Der UNESCO-Welterbestatus sei aufgrund der technischen Bedeutung verliehen worden. Die unternehmerische Leistung habe bei der Verleihung keine Rolle gespielt.

SPD und Linke fordern, dass der Stadtteil umbenannt wird. Der Unternehmer Hermann Röchling war nach dem zweiten Weltkrieg als Kriegsverbrecher verurteilt worden.

Quelle: SR-Online.de

Pressemitteilung Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Entscheidung um Umbenennung der „Hermann-Röchling-Höhe“ kann unabhängig vom Welterbestatus der Völklinger Hütte getroffen werden

Das Auswärtige Amt hat in einer Stellungnahme zur möglichen Umbenennung des Völklinger Stadtteils „Hermann-Röchling-Höhe“ erklärt, dass diese Entscheidung nicht mit dem Welterbestatus der Völklinger Hütte zusammenhängt. Der Völklinger Hütte sei der UNESCO-Welterbestatus aufgrund ihrer technischen Bedeutung und nicht wegen der unternehmerischen Leistung verliehen worden. Es könne ausgeschlossen werden, dass eine Umbenennung des Völklinger Stadtteils den Welterbestatus gefährden könne. Das Auswärtige Amt reagierte mit der Stellungnahme auf eine Anfrage des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Das Auswärtige Amt ist das federführende Bundesressort für die Zusammenarbeit Deutschlands mit der UNESCO.

„Die breite öffentliche Debatte um die Person Hermann Röchling hat ein erstes positives Ergebnis gebracht, weil durch die Stellungnahme des Auswärtigen Amtes nun Rechtssicherheit für das Weltkulturerbe Völklinger Hütte besteht. Die Diskussion um eine mögliche Disposition des Weltkulturerbestatus der Völklinger Hütte ist damit entschärft. Die Völklinger Hütte ist UNESCO-Weltkulturerbe, weil sie eine innovative Maschine ist. Die Unternehmerpersönlichkeit Hermann Röchling steht dagegen nicht im Fokus des Weltkulturerbestatus. Die Entscheidung über eine Umbenennung der „Hermann-Röchling-Höhe“ kann nun von den kommunalen Gremien unabhängig von dem Status der Völklinger Hütte getroffen werden. Wir sind der festen Überzeugung, dass die historische Aufarbeitung der Person Hermann Röchling qualifiziert angegangen werden muss. Wir werden diesen Prozess im Weltkulturerbe Völklinger Hütte intensiv einleiten“, sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist weltweit das einzige Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung, das vollständig erhalten ist. 1994 wurde die Völklinger Hütte zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Quelle: www.voelklinger-huette.org/de/presse-medien/news/539/

2 Reaktionen

  1. Lothar Geisinger

    Mit seiner “gutachterlichen Stellungnahme” mischte sich Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig in die Diskussion über die Umbenennung des nach einem verurteilten Kriegsverbrecher benannten Stadtteils Hermann-Röchling-Höhe ein, unmittelbar vor einer möglichen Entscheidung im Stadt. Er beeinflusste die Entscheidungsträger damit wesentlich, so dass diese zunächst einer Vertagung des Tagesordnungspunkts zustimmten.

    Die Motivation von Herrn Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig ist mir bis heute nicht klar, wo man doch meinen müsste, dass sich dieser Mann mit den Bedingungen für Erhalt des Weltkulturerbe (WKE)-Status auskennen müsste.

    Das Referat 603-9, Multilaterale Kultur- und Medienpolitik – Welterbe, teilte nun dem Saarländischen Rundfunk mit, dass eine mögliche Umbenennung des Völklinger Stadtteils Hermann-Röchling-Höhe keinen Einfluss auf den Weltkulturerbe-Status der Völklinger Hütte hat. Auch die SPD Völklingen stellte in den letzten Wochen diese Frage dem Auswärtigen Amt, welches nun ganz klar die wirre Theorie von Herrn Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig widerlegte.

    Es bleibt offen welche Beweggründe der Generaldirekte des WKE Völklinger Hütte hier hatte. Mit dieser zweifellosen Klärung hat Herr Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig nun wieder alle Zeit, Energie und Denkkraft sich detailliert mit der Geschichte des Weltkulturerbes auseinander zu setzen und auch auf dessen Gelände die dunklen Zeiten zu beleuchten sowie über die Gräueltaten detailliert aufzuklären.

  2. „Es bleibt offen, welche Beweggründe der Generaldirektor Grewenig hatte…“
    Der Herr Generaldirektor Grewenig ist Mitglied eines rückwärtsgewandten Clubs mit Namen RITTERORDEN VOM HEILIGEN GRAB ZU JERUSALEM. Im Internet kann sich jeder ein Bild darüber machen, mit welchem Gesocks er dort zusammen ist. Da hat nur ein Anruf von der CDU genügt und Herr Grewenig hat ein „Gutachten“ bestellt (von wem bezahlt?), in dem die Befürchtung zum Ausdruck gebracht wird,die Umbennung der Hermann-Röchling-Höhe wäre eine Gefahr für sein Weltkulturerbe.Noch so eine Lachnummer Saarland!

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